
Zehn Jahre ist es nun her, seit zuletzt ein Land der EU beigetreten ist. Im Jahr 2024 sind es 20 Jahre seit der EU-Osterweiterung. Zu den fünf EU-Beitrittskandidaten gesellten sich zuletzt Bosnien und Herzegowina, Ukraine und Moldau dazu, denen der Kandidatenstatus in Folge des Angriffskrieges auf die Ukraine gewährt wurde.
Und nun? Wie kann sich die EU erweitern?
In der EU werden aktuell unterschiedliche Vorschläge zur Umgestaltung des Erweiterungsprozesses diskutiert. Aber welche Auswirkungen können eventuell abgestufte Beitrittsprozesse auf die Kandidatenländer haben? Und auf die EU selbst?
Würden sich beispielsweise die EU und die Kandidatenländer auf die Forderung einigen, ein klares Bekenntnis zur Erweiterung bis zum Jahr 2030 zu machen, bedeutete dies, dass die Staaten bis zu diesem Zeitpunkt die notwendigen Reformen durchgeführt haben müssten. Für die Staaten des Westbalkan bedeutete dies zwar die Sicherung der Rechtsstaatlichkeit, was allerdings mit einem Machtverlust herrschender Eliten verbunden wäre. Für die EU bedeutete es eine Vertragsreform, weitestgehende Aufgabe des Einstimmigkeitsprinzips und Stärkung der rechtsstaatlichen Sicherungsmechanismen intern.
Dr. Doris Wydra, Executive Director am Salzburg Centre for European Union Studies, wird die unterschiedlichen Beitrittsmodelle darstellen und die Folgen für die Kandidatenländer und die EU auslegen.
In der Diskussion mit dem Publikum wird anschließend auf die Frage eingegangen, ob trotz Kandidatenstatus realistische Beitrittsperspektiven bestehen.
Herzlich willkommen! Diskutieren Sie mit!
Die Diskussion findet statt im Rahmen der vom Salzburger Bildungswerk organisierten Studienfahrt einer Gruppe Bürger*innen aus Srebrenica, Bosnien und Herzegowina, die der Veranstaltung beiwohnen werden und in der Diskussion die Perspektive der Menschen aus diesem Land einbringen können.