
Noch 2016 hatte Bosnien und Herzegowina offiziell den Antrag auf EU-Beitritt eingereicht, doch lange sträubten sich die Mitgliedsstaaten, darunter Deutschland, den Kandidatenstatus zu gewähren. Der Vielvölkerstaat auf dem Balkan kämpft seit der Unabhängigkeit mit erheblichen innerpolitischen Herausforderungen. Um die Entwicklung anzutreiben, hatte die Kommission dem Land 2019 vierzehn Reformen aufgetragen, bei denen sich bisher wenig bis nichts getan hat.
Trotzdem wurde Bosnien und Herzegowina Ende 2022 offiziell in den Kreis der Beitrittskandidaten aufgenommen, allerdings aus geostrategischen Gründen – denn spätestens seit Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine wurde klar, dass die EU den Balkan nicht vernachlässigen darf, wenn sie den Einfluss in der Region nicht an Russland oder China abtreten will.
Wie ist nun die Stimmung im Land, nachdem der EU-Beitritt etwas näher gerückt ist? Herrscht nach so vielen Jahren Aussicht auf den Beitritt unter der Bevölkerung noch eine positive Einstellung zu Europa? Und wie erlebt die Bevölkerung russischen, chinesischen oder arabischen Einfluss?
Darüber sprechen wir mit:
Almir Dudić, ehrenamtlicher Vorsitzender des Europahauses Srebrenica,
Mirella Sidro, Freelance Journalistin,
Wolfgang Forthofer, Salzburger Bildungswerk und Vorstandsmitglied des Europahauses Srebrenica
Und Ihnen, unseren Gästen. Herzlich Willkommen!